Pressemitteilung der AJI

Inzwischen mobilisiert der Neonaziladen „Nordlicht“ in Gnoien (ca. 30 km südöstlich von Rostock) zu einem Fest mit anschließend geschlossener Anreise zum KC-Konzert am Samstag. Hierzu veröffentlichte die AJI am Mittwoch eine Pressemitteilung:

Pressemitteilung

Gnoiener Naziladen plant Pilgerfahrt zum Neonazikonzert

Am Vormittag des 30. Mai 2009 veranstaltet der Gnoiener Naziladen „Nordlicht“ ein Frühlingsfest. Im Anschluss ist eine gemeinsame Anreise zum Konzert der Bremer Nazi-Hooligan-Band „Kategorie C“ im Rostocker Umland vorgesehen.
Die Antifaschistische Jugendinitiative, die am gleichen Tag in Rostock eine Demonstration gegen das geplante Konzert initiiert, zeigt sich besorgt über mögliche Gefahren einer solchen geschlossenen
Anreise.

Bereits Mitte 2007 machte der Naziladen auf sichaufmerksam, als er als Sponsor einer Fight Night auftrat. Aufgrund einer öffentlichen Problematisierung dieser Kooperation wurde das Event letztlich abgesagt.
Der Naziladen schloss für einige Zeit, um zu Beginn des Jahres 2008 in neuem Gewand und mit neuem Namen wiederzueröffnen. Auch bestehen zwischen dem „Nordlicht“ und der hiesigen NPD enge
Verbindungen. Die Homepage des „Nordlichtes“ ist angemeldet auf den NPDler Marko Wietzke, der sich jüngst für die kommende Kreistagswahl in Güstrow hat aufstellen lassen.

Das diesjährige Frühlingsfest ist nicht das erste dieser Art. Bereits im Februar des laufenden Jahres luden die Inhaber zu einer Feier ein. „Mit Bratwurst, Fassbier und Tombola stellt eine solche Veranstaltung auf der
einen Seite einen angenehmen Tag für die Besucher_innen dar und bedeutet andererseits einen umsatzstarken Samstag für die Inhaber.“, so Christina Clement, Pressesprecherin der Antifaschistischen Jugendinitiative. „Die Organisation derartiger Feste ist fester Bestandteil einer rechten Subkultur, in der sich die Menschen wiederfinden und aufgehoben fühlen. Darüber hinaus fließen die Gewinne aus dem Verkauf von Neonazi-Lifestyle-Artikeln wie T-Shirts und Cds letztlich in die organisierte Szene zurück.“, erklärt die Pressesprecherin weiter.

Welches Gefahrenpotential eine gemeinsame Anreise mehrerer Dutzend Neonazis birgt, zeigt der Zugüberfall von Pölchow am 30. Juni 2007. Bis zu 100 Neonazis, die sich auf dem Weg zu einem Aufmarsch in Rostock befanden, stürmten ein Zugabteil, in dem sich auch mehrere alternative Jugendliche
befanden, die an einer Gegendemonstration zu der besagten Veranstaltung teilnehmen wollten. Zahlreiche Insassen des Zuges wurden gezielt attackiert und zusammengeschlagen, andere arglose Mitfahrer_innen wurden darüber hinaus durch das Werfen von Flaschen und Steinen sowie durch zersplitterte Scheiben verletzt. Unter den zugfahrenden Neonazis befanden sich auch hochrangige NPD-Mitglieder wie Udo Pastörs.

Am 30. Mai 2009 – 11.00 Uhr, Hauptbahnhof Süd – demonstriert die Antifaschistische Jugendinitiative gegen das geplante Konzert der Band Kategorie C. Um deutlich zu machen, dass darüber hinaus auch ortsansässige Neonazis und Naziläden wie das „Nordlicht“ und der Rostocker „Dickkoepp“ als Schnittstelle zwischen rechtem Lifestyle und der organisierten Neonaziszene keinesfalls zu tolerieren sind, ruft das Bündnis zur Demonstration auf: „Mach den Scheiß aus! – KC das Mikro klauen!“